Hyundai Driving Experience - Konkurrenz zu AMG Academy & Co?

Hallo Zusammen,

heute darf ich euch von einem ganz besonderen Erlebnis berichten, welches ihr sicher entweder überall auf Instagram oder Facebook gesehen habt. Bilder sagen oft mehr als tausend Worte, aber ich finde, die Kombination machts. Achtung Spoiler Alarm, wer sich von dem Event überraschen lassen will, sollte den Bericht lieber nicht lesen :-)

Ankunft in Bad Driburg

Ich wurde von Hyundai zur Hyundai Driving Experience am Bilster Berg eingeladen, um mir ein Bild vom Event zu machen und euch dann darüber berichten zu können. Natürlich habe ich direkt zugesagt und mir die Track Experience Level 1 ausgesucht, welche von 20.-21. Juli stattfand. Schon vorher hatte ich mir überlegt, die Hyundai Driving Experience zu besuchen, jedoch fand ich es persönlich immer schade, nicht mit dem eigenen Auto fahren zu können, wie das im Vorjahr der Fall war. Dieser Gedanke sollte sich im Laufe des Events jedoch als falsch herausstellen.

Also ging es am Montagmorgen 20. Juni los nach Bad Driburg. Hier befindet sich das Hotel Gräflicher Park. Ein 4-Sterne-Hotel, welches sich in einer wunderschönen und weitläufigen Parkanlage befindet. Nach ungefähr 4 Stunden Fahrt von Heilbronn kam ich also in Bad Driburg an und konnte mich direkt mit den ersten N-Fahrern zum Autowaschen an einer SB Box treffen. Zusammen ging es dann weiter zum Hotel, wo wir unsere N´s schön aufgereiht auf dem Parkplatz parken konnten. Alleine das „Treffen“ der anderen N-Fahrer war für mich die Reise wert. Aber seht selbst, was für Schmuckstücke ich live sehen durfte.

Abendveranstaltung

Nach dem Check-In ging es kurz aufs Zimmer zum Fertigmachen für die Abendveranstaltung am Bilster Berg. Auf dem Zimmer erwartete einen eine kleine Überraschung für Nthusiasten. Die Zimmer sind zwar älter, aber trotzdem schön und vor allem das Bad ist sauber und modern. Ich war sehr zufrieden, konnte es aber nur kurz genießen, denn es ging sofort weiter. Um 17:30 war nämlich Abfahrt mit dem Bus zum Bilster Berg. Nach 20 Minuten Fahrt, bei der man coronabedingt eine Maske tragen musste, war man endlich angekommen und von Eindrücken übermannt. Nicht nur die Landschaft auf dem Weg zur Strecke, auch die Lage der Strecke selbst und deren Topographie waren atemberaubend. Gerade der bekannteste Streckenabschnitt "Die Mausefalle" war steiler, als ich es erwartet habe, da wollte ich mir garnichtmehr vorstellen mit Vollgas runter zu müssen.

Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen waren, erwartete uns ein kleiner Empfang mit Getränken und kleinen Häppchen, (in meinem Fall leckerer Flammkuchen.) Nun war erstmal Fotos machen angesagt, denn die N´s standen schon für den morgigen Tag bereit. Sowohl Hyundai i30 N Performance als auch Hyundai i30 Fastback N Modelle waren aufgestellt und heiß auf die Strecke.


Knapp 45 Minuten ging es dann zur Theoriestunde in eine Box, dort war eine Leinwand und mehrere Hocker mit Tischen zu finden. Aber eben auch ein Veloster ETCR, sowie ein Hyundai i20 Rallye Fahrzeug und der neue i30N Project C. All diese Fahrzeuge bekommt man normalerweise nur auf Messen oder Motorsportveranstaltungen zu Gesicht aber dort haben sie als „Dekoration“ zum Ambiente beigetragen.


Die Theorie selbst war für mich zwar nicht sonderlich neu, da ich schon vorher gleichartige Veranstaltungen vom ADAC als auch der AMG Driving Academy besuchen konnte, jedoch war es sehr schön aufbereitet und mit anschaulichen Folien erklärt. Auch wurde speziell auf die Technik des N´s, mit seinen verschiedenen Fahrmodis und der Differentialsperre eingegangen. Hier hat die Hyundai Driving Experience eindeutig die Nase vorne gehabt und es war trotzdem nicht langweilig, den Erklärungen von Lars Mysliwietz zuzuhören. Nach einer knappen Stunde wurden wir dann auch wieder von unserer Pflicht befreit und es ging zum Abendessen ins Clubhaus der Rennstrecke und was sich hier bot, sprengt den Rahmen für mich. Location, Essen und Service waren hier alle so unfassbar gut, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, wie man solch ein Niveau und solch eine Qualität an Veranstaltung zu einem solch fairen Preis anbieten kann.

Ich lasse hier die, von mir gemachten Bilder für sich sprechen und sage euch nur, dass es perfekt war. Tolle Getränkeauswahl, unfassbar leckeres Essen, frisch vom Grill und super nettes Personal. So waren auch die besten Vorausetzungen gegeben, um mit den anderen anwesenden Nthusiasten ins Gespräch zu kommen. Hierbei konnte ich einige nette Menschen kennenlernen, mit denen ich mich sicherlich auch nach dem Event nochmal treffen werde.


Zweiter Tag auf der Rennstrecke

Am zweiten Tag ging es dann schon früh los. Um 7 Uhr war Frühstück angesagt, auch hier gab es alles, was das Früchstücksherz begehrt. Ausschlafen ist für ein Wellness-Wochenende aber uns erwartet ja Action. Und ich konnte es kaum abwarten endlich im Auto zu sitzen. Um 7:30 ging es dann los, und zwar im eigenen Wagen zur Rennstrecke, wo dann auch alle N´s in Kolonne hingefahren sind.

Angekommen an der Rennstrecke gab es zuerst eine kurze Begrüßung und Einweisung, in welcher Gruppe und mit welchem Fahrzeug und Betreuer man unterwegs sein wird. Nachdem uns der Klaus vorgestellt wurde, durften wir auch schon direkt ab ins Fahrzeug und mit den Übungen beginnen.

Übung Nummer 1, das richtige Sitzen im Auto. Hier stellte jeder erstmal seine Sitzposition ein, wie er sie für richtig hält bzw. nach den Vorgaben des Vorabends, nachdem Klaus jeden kontrollierte und gegebenenfalls verbesserte, waren wir also bereit für die Rennstrecke.

Unsere erste Fahrübung war eine Notbremsung. Es gab zwei Vorgaben: Beschleunigen bis man am Hütchen ankommt und dann, so stark zu bremsen, bis man steht. Und hier wurde mir dann schon klar, dass es eine gute Entscheidung war, nicht mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs zu sein. Denn nach mehrmaligem hartem Bremsen von über 100 km/h bis zum Stillstand, konnten einem die Bremse schon leidtun. Nichtsdestotrotz war es aber eine sehr sinnvolle und auch spaßige Übung, um in den Tag zu starten. Wer bis dahin noch müde und verschlafen war, war nun definitiv hellwach!

Die zweite Übung war ein sogenannter J-Turn oder auch „Agentenwende“ genannt. Hierzu fuhren wir auf eine große, bewässerte Fläche auf dem Bilster Berg. Ziel der Übung war es, rückwärts zu fahren, dann mit einer kleinen Lenkbewegung das Fahrzeug aufzuschaukeln und anschließend mit einer ruckartigen großen Gegenlenkbewegung das Fahrzeug zum Drehen zu bekommen, sodass man am Ende geradeaus weiterfahren konnte. Anfangs war es schwer, die Bremse nicht zu treten, jedoch klappte es schon nach ein paar Versuchen sehr gut. Hier ist mir erstmals die lange Fahrzeit aufgefallen, die man hatte. Sicher konnte die Agentenwenden 15-20 Mal gefahren werden und am Ende stand man, zumindest gefühlt, Jason Statham in Transporter um nichts nach.

Als Nächstes, gab es wieder was auf die Bremsen: Punkt 3 der Tagesordnung war ein Kurvenbremsen, mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Speziell nützlich für all diejenigen, die ihren N mal nach einer Autobahnfahrt zu schnell von der Autobahn steuern und in der Autobahnausfahrt merken, dass die Geschwindigkeit doch noch etwas zu flott ist. Und genau deshalb wurde diese Übung gefahren. Mit 4 verschiedenen Geschwindigkeiten, und zwar von 70 km/h aufwärts in 10 km/h Schritten. Hier hat mich sowohl die Steuerbarkeit des Fahrzeugs in der Kurvenfahrt überrascht, als auch die enormen Unterschiede zwischen „nur“ 10 km/h. Nicht nur was den Bremsweg anbelangt, sondern auch die Kontrollierbarkeit des Fahrzeugs. Und auch hier wieder ein Höllenritt für die Bremsen, die jedoch bisher tapfer standgehalten haben, jedoch langsam das Quietschen begonnen.

Vor der Mittagspause dann noch meine Lieblingsübung am ganzen Tag. Ein Slalom auf Zeit. Hier konnte man nicht nur alles aus dem Fahrzeug rausquetschen, man konnte auch sein Können unter Beweis stellen und sich mit den anderen N-Fahrern vergleichen. Mir hat das Ganze sehr viel Spaß bereitet. Bei allen N-Fahrern handelte es sich um Vollprofis im Slalom, mit Zeiten, um die 25 Sekunden. Auch wurden hier wertvolle Tipps zum Slalomfahren von unserem Instruktor Klaus gegeben, die man einfach Umsetzen konnte. So konnte ich meine Zeit beispielsweise von anfänglichen 26 Sekunden, auf 24 Sekunden steigern und am Ende gar eine 23er Zeit fahren. Für mich definitiv das Erfolgserlebnis des Tages!

Nach spaßigen, aber auch anstrengenden 3,5 Stunden gab es dann eine Mittagspause mit Essen im Restaurant der Rennstrecke. Hier wurden wieder 3 Gänge serviert, die sich alle wie ein Essen aus dem Sternerestaurant anhörten. Feinschmecker kommen hier ganz auf ihre Kosten.

Nach dem Boxenstopp ging es weiter mit einer Übung, die man hoffentlich nie braucht, aber es besser ist, zu wissen, wie man im Ernstfall reagieren kann und vor allem die Erfahrung hat, wie das Auto reagiert. Die Übung war ein Spurwechsel bei verschiedenen Geschwindigkeiten bis Tempo 100, mit anschließender Notbremsung. Die Übung soll Situationen simulieren, bei denen ein Hindernis auftaucht auf der Autobahn und man nicht mehr Bremsen kann. Hier bleibt nur ein schnelles Ausweichmanöver und ein Spurwechsel übrig.

Zum Abschluss des Tages gab es nun noch das, worauf jeder der Anwesenden gewartet hat. Die Rennstrecke! Gefahren wurde in kleineren Gruppen, je 3 Autos, welche im Konvoi hinter dem Instruktor und seinem Führungsfahrzeug gefahren sind. Angefangen wurde schon mit einer guten Geschwindigkeit, die sich über die Runden stetig erhöhte. Nach 4 Stints war man schon sehr flott unterwegs, jedoch ohne Gefahr zu laufen, einen Bremspunkt zu verpassen, denn dazu war ja der Instruktor vorne unterwegs. Solange man nicht schneller in eine Kurve einfährt, wie er es tat, musste man sich keine Sorgen machen. Daher ist auch für alle Rennstrecken Neulinge die Runde schaffbar und man sieht schnell, wozu der N im Stande ist. Ich war überrascht, wie gut der N im Serienzustand auf der Strecke performt, da ich vor meinen Nordschleifenfahrten ja schon einige Umbaumaßnahmen hinter mir hatte. Einzig der Reifen vorne rechts war am Ende des Tages etwas in Mitleidenschaft gezogen.

Nach 4 oder 5 Stints à 5 Runden war es dann Zeit, Abschied zu nehmen. Ich hatte eine tolle Zeit vor Ort und konnte nette Menschen, mit derselben Leidenschaft zum Hyundai i30N kennenlernen. Für mich wird dieses Erlebnis sicher lange in Erinnerung bleiben und ich danke Hyundai für die Einladung! Falls Ihr auch an der Hyundai Driving Experience teilnehmen wollt, gibt es noch weitere Termine zwischen August und Oktober 2020. Ich kann es wirklich jedem nur empfehlen und auch nicht nur N-Fahrern, sondern wirklich jedem der gerne sportlich Auto fährt oder vielleicht davon träumt mal einen N auf der Rennstrecke zu fahren.

Auch für alle Eltern, die ihrem autoverrückten Kind ein Geschenk suchen ist meiner Meinung nach, ein solches Event die perfekte Wahl. So lernt man nicht nur direkt wichtige Grundlagen in der Beherrschung eines Fahrzeuges. Grenzen kennenzulernen halte ich nicht für beim Fahrzeug für wichtig, sondern vor allem bei sich selbst. Dies in einer sicheren Atmosphäre tun zu können ist eine gute Voraussetzung.

Zum Schluss habe ich noch zwei Fragen die ich mir vor dem Event gestellt habe und ich sicher bin, dass auch andere sich diese Fragen stellen.

„Ich finde es schade, nicht mein eigenes Auto nehmen zu können“

- Ja und Nein! Bei den oben erzählten Übungen kann ich dir nur empfehlen, nicht dein eigenes Auto zu nehmen. Die Autos werden dermaßen in Mitleidenschaft gezogen, dass der geringste Verschleiß die Reifen sind. Die Übungen werden oft durchgeführt, wobei das Auto jedes Mal an die Grenzen gebracht wird. Ich glaube auch, dass man sich viele Übungen mit dem eigenen Auto nicht trauen würde. Ich hatte denselben Gedanken, aber bin im Nachhinein Gott froh!

„Ist es das Geld Wert?“

- Zu dem eigenen Budget muss natürlich jeder selbst eine Entscheidung treffen. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass es das Geld wert ist. Die Level 1 Experience würde sich bei 529 Euro belaufen und inbegriffen ist die Nacht im Hotel, Verpflegung, ein Instruktor, der sich für dich Zeit nimmt, die Autos und der Verschleiß, Trainings, die Rennstrecke, Goodies uvm. Auch wenn ich eingeladen wurde, würde ich ebenso die Experience buchen, weil sie einen wirklichen Mehrwert bietet.

Der Link zu Webseite der Hyundai Driving Experience ist folgender: https://eu.drivingexperience.hyundai.com/

Dort findet ihr alle kommenden Termine auf dem Bilster Berg und dem Nürburgring zusammen mit den genauen Preisen der Veranstaltung.


Fazit

Ich bin begeistert von der Hyundai Driving Experience und kann sie nur jedem ans Herz legen. Da ich schon die AMG Driving Experience und ein ADAC Fahrsicherheitstraining miterleben durfte, kann ich die verschiedenen Programme gut vergleichen. Für mich liegt Hyundai da klar vorne! Das ADAC Training ist hauptsächlich auf Fahrsicherheit ausgelegt und leider etwas langweilig im Vergleich. Die AMG Driving Academy konnte natürlich durch die Fahrzeuge überzeugen, trotzdem war ich lieber mit dem i30N unterwegs, da man damit näher ans Limit kam. Im AMG GT am Hockenheimring fährt man da gefühlt eher spazieren. Wo sich Hyundai definitiv nicht hat lumpen lassen hat, ist das Ambiente und der komplette Aufbau der Veranstaltung. Hier hat alles gestimmt und es wurde auf Details geachtet, die am Ende das Erlebnis perfekt machten.


Bitte teilt gerne eure Erfahrungen bei der Hyundai Driving Experience in den Kommentaren und meldet euch bei mir auf Instagram @i30Ntipps oder per Email i30ntipps@gmail.com, falls ihr Fragen rund um das Event oder den i30N selbst habt.


Gruß

RoN

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